Begrüßung

Dr. Elisabeth ZUBER-KNOST
Frauenbeauftragte der Universität Karlsruhe (TH)

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In meiner bisherigen Amtszeit als erste Frauenbeauftragte dieser Hochschule habe ich viele Frauen und auch einige Männer getroffen, die meine Anliegen und Aktivitäten zur Verbesserung der Gleichstellung von Mann und Frau im Hochschulleben begrüßen und unterstützen. Ich bin aber auch vielen Menschen begegnet, die explizit gegen diesen Ansatz sind oder keinerlei Handlungsbedarf sehen. Um so wichtiger ist es, durch verschiedene Veranstaltungen dazu beizutragen, daß eine Sensibilität für dieses Thema erreicht und deutlich gemacht wird, daß die geringere Repräsentanz von Frauen gerade in der Technik, aber auch in Führungspositionen nicht in individuellen, persönlichen Unfähigkeiten begründet ist, sondern vielmehr auch an Strukturen liegt, über die es hier gilt aufzuklären. Zu dieser Aufklärung gehört darüber hinaus der Blick über die Grenzen Deutschlands hinweg, nicht nur in das Wunderland USA oder nach Schweden, sondern auch in benachbarte Länder, wie Frankreich und Italien oder - wie heute - in die Türkei.

Im Rahmen der Vorbereitungen auf diese Veranstaltung bin ich vielen Frauen begegnet, die ein großes Informationsbedürfnis an der türkischen Frauenbewegung zeigen, nicht zuletzt, weil es hierzulande wenig Informationsmöglichkeiten zu diesem Thema gibt. Die Vorträge und Arbeitsgruppen, die bis zum Sonntag angeboten werden, haben unterschiedliche Themen, beziehen sich einmal auf die Frauenbewegung in der Türkei einst und jetzt, aber auch auf die Situation von Türkinnen in der Bundesrepublik sowie auf Identitätsfragen. Im Rahmen von zwei Arbeitsgruppen am Samstagnachmittag wollen wir die Situation von Frauen im Islam kennenlernen und Informationen über die türkischen Mädchen in der beruflichen Bildung bekommen. Wir haben das Programm zu dieser Veranstaltung sehr breit gestreut; insofern sind nicht alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fachpublikum, sondern vielmehr grundlegend an dem Thema interessiert. Eine Besonderheit unserer Veranstaltung ist, daß wir alle Vorträge zweisprachig türkisch und deutsch anbieten, d.h. entweder direkt übersetzt oder in einer Zusammenfassung. Schon bei der Vorbereitung auf diese Veranstaltung wurde deutlich, daß das Thema "Die Türkische Frauenbewegung" nicht nur eine Sache von Frauen ist. An der Vorbereitung waren - wie gesagt - nicht nur Studentinnen, sondern auch Studenten beteiligt, eine Tatsache, die für mich große Bedeutung hat, weil ich der Meinung bin, daß eine faktische Verbesserung der Situation von Frauen letztlich nicht gegen den expliziten Willen aller Männer durchgeführt werden kann.

Wie Sie sicherlich alle erfreut feststellen konnten, wurde für die Durchführung dieser Tagung keine Tagungsgebühr erhoben. Dies war durch Unterstützung verschiedener Ministerien und Institutionen möglich, denen unser besonderer Dank gilt. Dies sind:

    - das Bundesministerium für Frauen und Jugend in Bonn
    - Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Familie und Frauen Baden-Württemberg
    - das Türkische Generalkonsulat Karlsruhe
    - die Stadt Karlsruhe und schließlich
    - der deutsch-türkische Verein zur Zusammenarbeit und Freundschaft Karlsruhe e.V.