Podiumsdiskussion: Als Türkin in der BRD

-Frauen im Gespräch-

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13 | Seite 14 | Seite 15 | Seite 16 |

Frage: Man sollte die Deutschen aufklären, weshalb türkische Frauen sich entscheiden, sich so zu kleiden. Ich denke, sie haben sich dafür entschieden. Aber man sollte die Leute aufklären, warum das so ist.

Frage: Aber ich denke, wenn ich als Deutsche nicht verstehe, dann ist es meine Pflicht zu fragen und nicht umgekehrt zu erwarten, daß es mir erklärt wird.

Frage: Die Bekleidungen sind für uns Signal für die Umwelt am meine Mitmenschen. Das haben nicht nur die Damen mit carsaf (Schleier) gemacht, das haben auch die Blumenkinder in den 60er Jahren. Dann kamen die Rocker, Punker. Sie waren freiwillige Aussteiger, sie haben freiwillig auch die Konsequenzen, die Reaktionen ihrer Mitmenschen zu tragen. Wenn ein Punker eine Banklehre abgeschlossen hat und ihm die Kundenberatung verwehrt wird, hat er die Konsequenzen zu tragen. Aber wie gehen wir selbst mit unseren Vorurteilen um? Warum brauchen wir und pflegen sie? Wie können wir dies ändern, indem wir den Anderen Respekt zeigen?

AKINCI: Als Schlußwort kann ich nur sagen: Ich bin stolz, eine Türkin zu sein. Die Anderen müssen uns annehmen, so wie wir sind, mit Kopftücher oder ohne. Deswegen sollten wir nicht immer versuchen, uns zu ändern. Es ist besser, wenn wir so bleiben wie wir sind.

BERRAKKARASU: Naja, ich bin stolz eine Tscherkessin, Kurdin zu sein. Ich möchte nur eins sagen. Ich möchte mich für die Einladung sehr bedanken. Ich finde es eine tolle Idee, so etwas stattfinden zu lassen bei den Studentinnen und Studenten in Karlsruhe. Es müßte auch mehr passieren. Ich möchte mich auch bei Frau Prof. Sirin Tekeli und Dr. Serpil Cakir bedanken, daß sie aus der Türkei hierher gekommen sind. Und überhaupt allen, die Interesse zeigen.

AKKENT: Wenn wir schon "mal angefangen haben: Ich bin sehr stolz darauf, daß ich Meral Akkent bin. Ernsthaft möchte ich auch ein Appell an uns selbst als Migrantinnen richten und an die Repräsentanten der Mehrheitsgesellschaft, die hier vertreten sind. Die hierarchischen Gesellschaftsstrukturen, die als ungeschriebene Strukturen hier benannt wurden, sollten wir uns in ihrer Bedeutung vergegenwärtigen. Wenn wir Schwierigkeiten, Probleme mit etwas haben, sollten wir die Fragen erst an uns richten, warum wir Schwierigkeiten haben. Gesunde Identität ist die anerkannte Identität. Eine Identität wird aufrechterhalten durch die Anerkennung der Anderen.